Wie lernen Menschen?

TARCUS. ist auf Personalentwicklung spezialisiert. Die Entwicklung der Fähigkeiten und des Wissens von Mitarbeitern steht daher im Mittelpunkt seiner Tätigkeit. Um eine hohe Effektivität und Nachhaltigkeit im Lernprozess zu erreichen, orientieren sich die Trainings von TARCUS. am Lernzyklus von David Kolb.
Der Lernzyklus von David Kolb ist seit mehr als 35 Jahren ein wissenschaftlich anerkannter und äußerst funktioneller lerntheoretischer Ansatz. Im Englischen wird der Lernzyklus experiental learning cycle genannt, um damit die zentrale Rolle der Erfahrung in einem Lernprozess zu verdeutlichen (experiental = auf Erfahrung beruhend).
Der Lernzyklus besteht aus vier Phasen:
Phase 1: Die konkrete Erfahrung
Häufig beginnt der Lernzyklus mit der konkreten Erfahrung, die eine Person macht. Es handelt sich also zunächst um die Ansammlung von Wahrnehmungen und Gefühlen, welche die Person erfährt.
Beispiel: Herr Heinrichs führt ein Feedback-Gespräch mit seinem Mitarbeiter Herrn Müller. Herr Heinrichs bemerkt, dass das Gespräch nicht seinen Vorstellungen entsprechend verläuft und Herr Müller sich sehr defensiv verhält.
Phase 2: Die Reflexion
In der Phase der Reflexion wird die vorausgehende konkrete Erfahrung analysiert und interpretiert.
Beispiel: Herr Heinrichs denkt über das Gespräch und dessen Verlauf nach. Dabei fällt ihm auf, dass er Herrn Müller nur negatives Feedback gegeben hat und Herr Müller sich deswegen seltsam verhalten haben könnte.
Phase 3: Die Konzeptbildung
Bei der Konzeptbildung wird das vorher Analysierte und Interpretierte abstrahiert und der persönliche Erfahrungsschatz ausgebaut. Das bedeutet, es werden allgemeine Regeln oder Verhaltensweisen aus der vorherigen Erfahrung abgeleitet.
Beispiel: Herr Heinrichs leitet aus seiner Analyse und Interpretation des Gesprächs mit Herrn Müller ab, dass er in einem Feedback-Gespräch auch positive Aspekte anmerken sollte.
Phase 4: Das aktive Experimentieren
In dieser Phase wird das neue Wissen in einer konkreten Situation angewandt.
Beispiel: Am nächsten Tag hat Herr Heinrichs ein weiteres Feedback-Gespräch. Diesmal mit seiner Mitarbeiterin Frau Schmitz. Er versucht diesmal, auch positive Aspekte der Arbeit von Frau Schmitz zu nennen.
Mit dem Ausführen der vierten Phase, beginnt der Zyklus automatisch wieder von vorne. Es entsteht eine neue konkrete Erfahrung. Der Lernzyklus ist demnach ein sich immer wiederholender Prozess. Prinzipiell ist es möglich, den Lernzyklus mit jeder der vier Phasen zu beginnen.
Dieser Lernzyklus und das damit verbundene „Lernen durch Erfahrung“ spiegelt die natürliche Art und Weise des Lernens von Menschen wieder. Außerdem sorgen die Praxisnähe und der ständige Bezug bzw. Abgleich mit den Erfahrungen dieses lerntheoretischen Ansatzes für eine hohe Wirksamkeit.
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